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| 1 | 1679 | - 27 Mai 1679—22 Okt 1744: Leopold Anton von Firmian
Leopold Anton Eleutherius Reichsfreiherr von Firmian (* 27. Mai 1679 in München; † 22. Oktober 1744 in Salzburg) wurde 1727 zum Fürsten und Erzbischof von Salzburg (princeps et archiepiscopus salisburgensis) gewählt, nachdem er zuvor bereits Bischof in Lavant, Seckau und Laibach gewesen war.
Er sah es als sein Ziel an, der katholischen Kirche die „alte Macht und Herrlichkeit“ wiederzugeben. Entsprechend versuchte er die im Fürsterzbistum (vor allem im Pongau) lebende protestantische Minderheit zum katholischen Glauben zu bekehren – er ließ Jesuiten auf den Dorfplätzen predigen, wobei alle Dorfbewohner bei Androhung hoher Strafen erscheinen mussten. Als dies keinen Erfolg zeigte, ließ er auf Anraten seines Hofkanzlers Hieronymus Cristani von Rall 1731/32 alle Protestanten binnen dreier Monate des Landes verweisen. (Dienstboten wurden großteils ohne unmittelbare Vorwarnung vor Ort verhaftet und unverzüglich außer Landes gebracht.) Zur Durchsetzung seiner Anordnung holte Firmian über 6000 österreichische Soldaten nach Salzburg.
Über 20.000 Menschen mussten dabei für ihren Glauben ihre Heimat aufgeben (Salzburger Exulanten). Die meisten fanden in Preußen eine neue Heimat. Mehr als ein Fünftel der Ausgewiesenen überlebte allerdings die Mühen der Emigration nicht. Für Salzburg hatte die Ausweisung katastrophale wirtschaftliche Folgen. Nach der Vertreibung der Protestanten teilte Firmian das Salzburger Hoheitsgebiet in vier Missionsgebiete: Augustiner, Kapuziner, Benediktiner und Franziskaner.
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| 2 | 1688 | - 14 Aug 1688—31 Mai 1740: Friedrich Wilhelm I. (Preußen)
Friedrich Wilhelm I. (* 14. August 1688 in Cölln; † 31. Mai 1740 in Potsdam) aus dem Haus Hohenzollern war seit 1713 König in Preußen und Kurfürst von Brandenburg.
Außenpolitisch gewann er im Frieden von Utrecht 1713 Teile Obergelderns und im Frieden von Stockholm 1720 Teile Vorpommerns. Sein Aufbau eines starken Heeres, mit dem er nur einmal Krieg führte, brachte ihm den Beinamen Soldatenkönig ein. Innenpolitisch sorgte Friedrich Wilhelm I. für einen sparsamen Hof und eine straffe Verwaltung. Er betrieb eine merkantilistische Wirtschafts- und eine tolerante Religionspolitik. Sein Erlass des Einwanderungspatents 1732, mit dem er etwa 15.000 verfolgte Salzburger Protestanten in Preußen aufnahm, fand europaweite Beachtung.
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| 3 | 1731 | - 31 Okt 1731—31 Okt 1731: Salzburger Emigrationspatent
Das Salzburger Emigrationspatent des Erzbischofs Leopold Anton von Firmian ordnete 1731 die Ausweisung der etwa 20.000 Salzburger Protestanten (Salzburger Exulanten) an. Verfasser war vermutlich sein Hofkanzler Christani di Rallo.
Seit der Reformation hatte es im Erzstift Salzburg mehrere Wellen der Verfolgung und Ausweisung von Protestanten gegeben, die je nach wirtschaftlicher Lage und politischem Ziel strenger oder auch weniger rigoros unterdrückt wurden. Das Emigrationspatent war auf den 31. Oktober 1731 datiert und wurde den Untertanen am 11. November 1731 verlautbart. Zunächst wurden 4.000 Grundbesitzlose Mägde und Knechte zusammengefangen und deportiert. Ab Mai 1732 wurden vor allem Handwerker- und Bauernfamilien des Landes verwiesen. Fast ein Viertel der Ausgewiesenen überlebten die mühsamen Märsche im Zuge der Vertreibung nicht. Alle Protestanten, die älter als zwölf Jahre waren, hatten das Land innerhalb von acht Tagen zu verlassen. Die Bauern bekamen zwölf Wochen Zeit, ihren Besitz zu verkaufen. Insgesamt, so schätzt man, wanderten 17.000 Salzburger aus. Bis 1837 wurden landesweit „überführte“ Protestanten des Landes verwiesen.
König Friedrich Wilhelm I. in Preußen erklärte sich bereit, die Vertriebenen in seinen entvölkerten Ostprovinzen anzusiedeln. Erst 1740 und auf mehrmaliges Betreiben des preußischen Königs hin wurden die überlebenden Emigranten für den Verlust der Höfe teilweise entschädigt. Die Vertreibung entsprach zwar weitgehend dem „geltenden“ Reichsrecht, des „cuius regio, eius religio“ (Der Landesfürst bestimmt die Religion der Untertanen), die Umstände der Vertreibung (u. a. ohne Einhaltung der Fristen) – erregten aber europaweit Widerwillen. Vergleichsweise besser hatten es die Emigranten, wenn sie in Ostpreußen ankamen. Mittellose Bauern bekamen hier vom preußischen König ein Stück Land zur Verfügung, Handwerker konnten ihrem Gewerbe in den Städten ungehindert nachgehen. Goethes Hermann und Dorothea geht auf eine Episode der Salzburger Emigration zurück. Die wirtschaftlichen Folgen für das Erzstift Salzburg durch den hohen Bevölkerungsverlust der Vertreibung hielten sich – entgegen älteren Annahmen – in Grenzen. Im Jahre 1966 bedauerte der Salzburger Erzbischof Andreas Rohracher im Rahmen eines Festaktes die Vertreibung.
- 20 Nov 1731—20 Nov 1731: Verhaftung Unangesessener Saalfelden
30 Unangessene wie sie angetroffen werden gewaltsam zu den Sammelplätzen.
- 21 Nov 1731—21 Nov 1731: Verhaftung Unangesessener Wagrain
48 Unangessene wie sie angetroffen werden gewaltsam zu den Sammelplätzen.
- 21 Nov 1731—21 Nov 1731: Verhaftung Unangesessener Goldegg/St. Veit
17 Unangessene wie sie angetroffen werden gewaltsam zu den Sammelplätzen.
- 22 Nov 1731—22 Nov 1731: Verhaftung Unangesessener
Unangessene wie sie angetroffen werden gewaltsam zu den Sammelplätzen.
- St. Johann (+195 +95)
- Radstadt (95)
- Gastein (48)
- Wagrain (38)
- 24 Nov 1731—24 Nov 1731: Ankunft der verhafteten Unangesessen Saalfelden/Wagrain/Goldegg/St. Veit
Zusammenführung der verhafteten Unangemessen in St. Johann
- 24 Nov 1731—24 Nov 1731: ZUG I (1.Trupp der Unangesessenen)
Abmarsch des ersten Trupps der Unangesessenen in Richtung Werfen
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| 4 | 1739 | - Okt 1739—Jun 1740: härteste Winter Europas im 2. Jahrtausend
Der härteste Winter Europas im 2. Jahrtausend, vermutlich dem Winter 763/764 vergleichbar, vgl. auch Eishaus (Sankt Petersburg)
Eine Kältewelle ist eine in relativ kurzer Zeit auftretende starke Abkühlung auf unterdurchschnittliche Werte der Lufttemperatur. Sowohl am Anfang wie am Ende des Winters spricht man von Wintereinbruch.
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| 5 | 1756 | - 29 Aug 1756—15 Feb 1763: Siebenjähriger Krieg
Im Siebenjährigen Krieg von 1756 bis 1763 kämpften alle europäischen Großmächte jener Zeit um ein Mächtegleichgewicht und territoriale Gewinne in Europa, um Kolonien und Einfluss in Nordamerika, Indien und Afrika, um die Herrschaft über die transatlantischen Seewege sowie um Handelsvorteile. Im Wesentlichen standen Preußen und Großbritannien einer Allianz aus der Habsburgermonarchie mit dem Heiligen Römischen Reich sowie Frankreich, Russland und Spanien gegenüber. Als Verbündete kamen auf beiden Seiten weitere kleinere und mittlere Staaten wie Kurhannover und Kursachsen hinzu.
Russland war unter der Herrschaft der Zarin Elisabeth (1709–1762) an einer Expansion nach Westen interessiert, wobei ihr Augenmerk auf Semgallen und Kurland gerichtet war. Beide standen unter polnischer Oberhoheit. Für deren Abtretung an Russland wollte Elisabeth das eigentliche Königreich Preußen (später Ostpreußen) besetzen, um es Polen als Tauschobjekt anzubieten.[3] So kam ihr der Krieg gegen Friedrich, für den Österreich Verbündete suchte, gerade recht.
Preußen: Expansion nach Norden, Süden und/oder Osten
Schon als Kronprinz hatte Friedrich II. in einem Brief an seinen Kammerjunker Dubislav Gneomar von Natzmer 1731 das polnische Preußen königlichen Anteils (ab 1773 Westpreußen), das schwedische Vorpommern und Mecklenburg als Ziele zukünftiger Erwerbungen genannt.[13] In seinem (ersten) Politischen Testament von 1752 bezeichnete er zudem den Besitz Sachsens als nützliche und größtmögliche Erweiterung.[14]
Die rasche Besetzung Sachsens und die ersten Siege von 1756 und 1757 schienen Friedrich diesem Annexionswunsch näherzubringen, doch auch nach der Rückeroberung Sachsens durch Österreich und seine Verbündeten und nach der Niederlage von Kunersdorf hielt Friedrich an den in seinem Politischen Testament formulierten Territorialplänen fest. Statt ganz Sachsen wollte er 1759 zumindest die Niederlausitz erhalten und Sachsen dafür mit Erfurt (das zu Kurmainz gehörte) entschädigen. Alternativ hoffte er zumindest auf eine Anwartschaft für die Inbesitznahme Westpreußens nach dem bevorstehenden Tod des kranken sächsisch-polnischen Königs August III.[15] Erst in der ausweglosen Situation des Jahres 1761 bot er einen Waffenstillstand und einen Frieden ohne Abrundungsforderungen auf der Grundlage des Vorkriegsbesitzstandes an.[16] Trotz des 1763 ohne Gebietserwerbungen zustande gekommenen Friedens wiederholte Friedrich auch in seinem (zweiten) Politischen Testament von 1768 die angestrebte Abrundung Preußens mit Sachsen und Westpreußen.
Ostpreußen
Zur Verteidigung Ostpreußens hatte Friedrich II. den erfahrenen Generalfeldmarschall Johann von Lehwaldt mit 30.000 Mann vorgesehen. Am 1. Juli griff eine ca. 100.000 Mann starke russische Armee unter General Stepan Fjodorowitsch Apraxin an. Sie eroberte am 5. Juli nach kurzer Belagerung die Festung Memel. Das nächste Etappenziel war Königsberg. Lehwaldt stellte sich am 30. August in der Schlacht bei Groß-Jägersdorf dem russischen Vormarsch entgegen und wurde geschlagen. Die russische Versorgungslage war aber ohne den Königsberger Hafen so schlecht, dass Apraxin sich wieder aus Ostpreußen zurückzog. Nur in Memel verblieb eine Besatzung.
Bevölkerungspolitische Auswirkungen
Obgleich der Siebenjährige Krieg nicht zu den lang andauernden militärischen Auseinandersetzungen zählte, waren doch enorme Verluste an Menschenleben zu verzeichnen. Allein für den europäischen Kriegsschauplatz werden insgesamt 550.000 Gefallene und durch die Kampfhandlungen tödlich Verwundete registriert. Schlüsselt man die Zahlen der gefallenen Kriegsteilnehmer nach einzelnen Nationen auf, so ergeben sich für Preußen 180.000,[45] für Österreich 140.000, für Russland 120.000, für Frankreich 70.000 und 40.000 für das Königreich Großbritannien und die restlichen Nationen, wie die deutschen Fürstentümer, Schweden, Spanien und Portugal. In etwa gleicher Höhe, also bei über einer halben Million, lagen die Zahlen für die Verluste der Zivilbevölkerung, so für Preußen bei 320.000 und für Österreich bei 160.000.[46] Die Bevölkerungsverluste wurden in Preußen rasch ausgeglichen, 1767 lag die Einwohnerzahl bereits um 111.000 höher als vor dem Krieg. Grund hierfür waren die hohe Geburtenrate, die Rückkehr der Kriegsflüchtlinge und Verschleppten sowie der Zuzug aus dem Ausland, der von der Regierungsseite im Rahmen ihrer Peuplierungspolitik gefördert wurde.
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