Familiengeschichtsforschung der Neubachers

Die Zeitreise unserer Familie

Martin Neupacher

Martin Neupacher

männlich 1723 - 1809  (86 Jahre)

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Zeitstrahl



 
 
 




   Datum  Ereignis(se)
1679 
  • 27 Mai 1679—22 Okt 1744: Leopold Anton von Firmian
    Leopold Anton Eleutherius Reichsfreiherr von Firmian (* 27. Mai 1679 in München; † 22. Oktober 1744 in Salzburg) wurde 1727 zum Fürsten und Erzbischof von Salzburg (princeps et archiepiscopus salisburgensis) gewählt, nachdem er zuvor bereits Bischof in Lavant, Seckau und Laibach gewesen war. Er sah es als sein Ziel an, der katholischen Kirche die „alte Macht und Herrlichkeit“ wiederzugeben. Entsprechend versuchte er die im Fürsterzbistum (vor allem im Pongau) lebende protestantische Minderheit zum katholischen Glauben zu bekehren – er ließ Jesuiten auf den Dorfplätzen predigen, wobei alle Dorfbewohner bei Androhung hoher Strafen erscheinen mussten. Als dies keinen Erfolg zeigte, ließ er auf Anraten seines Hofkanzlers Hieronymus Cristani von Rall 1731/32 alle Protestanten binnen dreier Monate des Landes verweisen. (Dienstboten wurden großteils ohne unmittelbare Vorwarnung vor Ort verhaftet und unverzüglich außer Landes gebracht.) Zur Durchsetzung seiner Anordnung holte Firmian über 6000 österreichische Soldaten nach Salzburg. Über 20.000 Menschen mussten dabei für ihren Glauben ihre Heimat aufgeben (Salzburger Exulanten). Die meisten fanden in Preußen eine neue Heimat. Mehr als ein Fünftel der Ausgewiesenen überlebte allerdings die Mühen der Emigration nicht. Für Salzburg hatte die Ausweisung katastrophale wirtschaftliche Folgen. Nach der Vertreibung der Protestanten teilte Firmian das Salzburger Hoheitsgebiet in vier Missionsgebiete: Augustiner, Kapuziner, Benediktiner und Franziskaner.
1688 
  • 14 Aug 1688—31 Mai 1740: Friedrich Wilhelm I. (Preußen)
    Friedrich Wilhelm I. (* 14. August 1688 in Cölln; † 31. Mai 1740 in Potsdam) aus dem Haus Hohenzollern war seit 1713 König in Preußen und Kurfürst von Brandenburg. Außenpolitisch gewann er im Frieden von Utrecht 1713 Teile Obergelderns und im Frieden von Stockholm 1720 Teile Vorpommerns. Sein Aufbau eines starken Heeres, mit dem er nur einmal Krieg führte, brachte ihm den Beinamen Soldatenkönig ein. Innenpolitisch sorgte Friedrich Wilhelm I. für einen sparsamen Hof und eine straffe Verwaltung. Er betrieb eine merkantilistische Wirtschafts- und eine tolerante Religionspolitik. Sein Erlass des Einwanderungspatents 1732, mit dem er etwa 15.000 verfolgte Salzburger Protestanten in Preußen aufnahm, fand europaweite Beachtung.
1731 
  • 31 Okt 1731—31 Okt 1731: Salzburger Emigrationspatent
    Das Salzburger Emigrationspatent des Erzbischofs Leopold Anton von Firmian ordnete 1731 die Ausweisung der etwa 20.000 Salzburger Protestanten (Salzburger Exulanten) an. Verfasser war vermutlich sein Hofkanzler Christani di Rallo. Seit der Reformation hatte es im Erzstift Salzburg mehrere Wellen der Verfolgung und Ausweisung von Protestanten gegeben, die je nach wirtschaftlicher Lage und politischem Ziel strenger oder auch weniger rigoros unterdrückt wurden. Das Emigrationspatent war auf den 31. Oktober 1731 datiert und wurde den Untertanen am 11. November 1731 verlautbart. Zunächst wurden 4.000 Grundbesitzlose Mägde und Knechte zusammengefangen und deportiert. Ab Mai 1732 wurden vor allem Handwerker- und Bauernfamilien des Landes verwiesen. Fast ein Viertel der Ausgewiesenen überlebten die mühsamen Märsche im Zuge der Vertreibung nicht. Alle Protestanten, die älter als zwölf Jahre waren, hatten das Land innerhalb von acht Tagen zu verlassen. Die Bauern bekamen zwölf Wochen Zeit, ihren Besitz zu verkaufen. Insgesamt, so schätzt man, wanderten 17.000 Salzburger aus. Bis 1837 wurden landesweit „überführte“ Protestanten des Landes verwiesen. König Friedrich Wilhelm I. in Preußen erklärte sich bereit, die Vertriebenen in seinen entvölkerten Ostprovinzen anzusiedeln. Erst 1740 und auf mehrmaliges Betreiben des preußischen Königs hin wurden die überlebenden Emigranten für den Verlust der Höfe teilweise entschädigt. Die Vertreibung entsprach zwar weitgehend dem „geltenden“ Reichsrecht, des „cuius regio, eius religio“ (Der Landesfürst bestimmt die Religion der Untertanen), die Umstände der Vertreibung (u. a. ohne Einhaltung der Fristen) – erregten aber europaweit Widerwillen. Vergleichsweise besser hatten es die Emigranten, wenn sie in Ostpreußen ankamen. Mittellose Bauern bekamen hier vom preußischen König ein Stück Land zur Verfügung, Handwerker konnten ihrem Gewerbe in den Städten ungehindert nachgehen. Goethes Hermann und Dorothea geht auf eine Episode der Salzburger Emigration zurück. Die wirtschaftlichen Folgen für das Erzstift Salzburg durch den hohen Bevölkerungsverlust der Vertreibung hielten sich – entgegen älteren Annahmen – in Grenzen. Im Jahre 1966 bedauerte der Salzburger Erzbischof Andreas Rohracher im Rahmen eines Festaktes die Vertreibung.
  • 20 Nov 1731—20 Nov 1731: Verhaftung Unangesessener Saalfelden
    30 Unangessene wie sie angetroffen werden gewaltsam zu den Sammelplätzen.
  • 21 Nov 1731—21 Nov 1731: Verhaftung Unangesessener Wagrain
    48 Unangessene wie sie angetroffen werden gewaltsam zu den Sammelplätzen.
  • 21 Nov 1731—21 Nov 1731: Verhaftung Unangesessener Goldegg/St. Veit
    17 Unangessene wie sie angetroffen werden gewaltsam zu den Sammelplätzen.
  • 22 Nov 1731—22 Nov 1731: Verhaftung Unangesessener
    Unangessene wie sie angetroffen werden gewaltsam zu den Sammelplätzen. - St. Johann (+195 +95) - Radstadt (95) - Gastein (48) - Wagrain (38)
  • 24 Nov 1731—24 Nov 1731: Ankunft der verhafteten Unangesessen Saalfelden/Wagrain/Goldegg/St. Veit
    Zusammenführung der verhafteten Unangemessen in St. Johann
  • 24 Nov 1731—24 Nov 1731: ZUG I (1.Trupp der Unangesessenen)
    Abmarsch des ersten Trupps der Unangesessenen in Richtung Werfen


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